Orgelneubau für die Gnadenkirche in Wachtberg – Pech bei Bonn

Bei diesem Projekt galt es, zunächst für die recht kleine Kirche eine gestalterisch ansprechende Form zu finden. Vier unterschiedliche Entwürfe, von denen drei nur leichte Modifikationen aufwiesen, konnte ich dem Presbyterium vorlegen.

Ein Entwurf fiel durch seine strengen, symmetrischen Linien auf. Es entstand zunächst der Eindruck, dass die Dachschrägen keinen Bezug zum Gehäuse haben. Die einzelnen Turmhauben wurden aber im gleichen Winkel gezeichnet. Durch die gespiegelt angeordneten Türme, die wiederum in der Höhe versetzt wurden, zerfällt die durchgehende Linie und das Auge springt beim Betrachten von einer Seite zur anderen. Dadurch wirkt das gesamte Gehäuse, obwohl in der Breite identisch mit den anderen Entwürfen, schlanker und feingliedriger.

Dem aufmerksamen Betrachter der Bilder wird nicht entgehen, dass eine ähnliche Prospektgestaltung bei unserer Orgel in Alfter-Witterschlick verwendet wurde. Diese Übereinstimmung jedoch ist eher zufällig und das Presbyterium hat sich für diese Lösung entschieden.

Die Orgel in Pech hat eine rein mechanische Traktur für die Spiel- wie auch die Registertraktur. Die Spieltraktur wurde als sogenannte hängende Traktur mit einarmigen Tasten ausgeführt. Dies bedeutet, dass die Tasten der Manualklaviaturen an den Ventilen der Windladen aufgehängt wurden.

Dadurch erreicht man die direkteste Verbindung zwischen Ventil und Taste und erzielt dadurch eine sehr präzise, sensible Spielart. Durch die Befestigung der Traktur am Spieltisch und am Kanzellenboden und der Anbringung einer Selbstspannvorrichtung für die Winkelbalken reguliert sich die Traktur bei auftretenden Abstandsveränderungen automatisch ein.

Um die praktizierenden Organisten/innen ein wenig aus den Laufwegen der Gottesdienstbesucher zu nehmen, bestand der Wunsch, eine seitenspielíge Orgel zu erstellen. Viele historische Orgeln des 19. Jahrhunderts wurden ebenfalls als seitenspielige Orgelanlagen gebaut. Bei diesem klassischen Prinzip liegen die Registerzüge oberhalb des Notenpultes. In diesem Stil wurde auch die Registersteuerung für diese Orgel erstellt, nur mit der Besonderheit, dass jeder Zug drei festgelegte Stellungen hat. So entspricht die Mittelstellung dem ausgeschalteten Zustand, die gezogene Stellung Anstellung ans 1. Manual, die gedrückte Stellung ans 2. Manual.

Folgende Disposition wurde in Zusammenarbeit mit Herrn Hans-Peter Glimpf erarbeitet:

I. Manual II. Manual Pedal
Prinzipal 8'   Subbass 16'
Salicional 8' *Salicional 8' (Gedackt 8')
Vox coelestis 8' Vox coelestis 8'  
Bordun 8' *Bordun 8'  
Octave 4' *Octave 4'  
Rohrflöte 4' *Rohrflöte 4'  
Quinte 2 2/3' *Quinte 2 2/3'  
Doublette 2' *Doublette 2'  
Terz 1 3/5' *Terz 1 3/5'  
Mixtur 3-4 f. *Mixtur 3-4 f.  
  Krummhorn 8`  
Oboe 8' *Oboe 8'  
  Tremulant  

Tonumfang: Manual C – g''' Pedal C – f''

Koppeln:        
II – I Sub. II - I I – Ped II – Ped. Sup. Ped.
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