Renovierung der Oberlinger-Orgel in der Ev. Lutherkirche Kirchen

Die 1958 eingeweihte Orgel stammt von den Gebrüdern Oberlinger in Windesheim und enthält 3.600 Pfeifen. Die Orgel hat drei Manuale und ein Pedal mit insgesamt 38 klingenden Registern. Die technische Einrichtung ist elektrischpneumatisch.

Der Spieltisch ist mittlerweile von der hinteren auf die vordere seitliche Empore gewandert. Das Pedalwerk befindet sich rechts und links neben dem Altar, ebenso das Pfeifenwerk des Hauptwerkes und des Schwellwerkes. Eine solche Anordnung findet man ansonsten hauptsächlich in Kathedralen. Die große Bedeutung, die die Kirchengemeinde der Kirchenmusik zumisst, wird durch den erheblichen Umfang der Orgel und die außergewöhnliche Anordnung der Pfeifen deutlich zum Ausdruck gebracht. Auf der Empore steht an der Rückwand ein besonderes Orgelwerk mit acht klingenden Registern als „Chorpositiv“. Seine beiden bemalten Flügeltüren zeigen links musizierende Engel, rechts den jungen David, der dem König Saul etwas auf der Harfe vorspielt um ihn zu besänftigen.

2011 wurde der Zustand der Orgel als nur noch bedingt bespielbar beschrieben. Die Prospekt-Pfeifen mussten zum Schluss mit Gurten vor dem Herabstürzen bewahrt werden. Der Orgelsachverständige Manfred Schwartz gab ein klares Urteil ab:“ Ohne komplette Restaurierung muss das Instrument über kurz oder lang stillgelegt werden und auch der Experte für die Elektronik, Thomas Kroll, kam zu dem Schluss, dass in puncto Sicherheit Teile der elektrischen Anlage gravierende Mängel aufweisen und nicht den geltenden Anforderungen genügen. Er bezeichnete den hierfür notwendigen Aufwand aufgrund der Einzigartigkeit der Orgelinstallation als uneingeschränkt lohnenswert.

Am Tage der Einsicht fanden wir die Orgel in einem, wie oben beschrieben desolaten Zustand vor, welcher weder in Musikalischer noch Technischer Hinsicht eine adäquate Gemeindebegleitung ermöglichte.

Aufgrund dessen und auf Grundlage von mehreren Gutachten u.a. von Herrn Manfred Schwartz konnten wir der Kirchengemeinde am 14. Juli 2017 unser Angebot für die Renovierung der Oberlinger Orgel unterbreiten woraufhin wir den Zuschlag erhielten.

Folgende Arbeiten wurden ausgeführt:

  • Reinigung der gesamten Orgelanlage inkl. Pfeifenwerk
  • Restaurierung des Pfeifenwerkes
  • Komplette Neuverkabelung der Orgel
  • Neuverkabelung des Spieltisches inkl. Einbau der neuen Tonsteuerung
  • Versetzten des selbigen
  • Erweiterung der Spielanlage durch einen Setzer
  • Austausch aller Membranen
  • Neubau der Tiefen Octave Principalbass 16‘ Prospekt
  • Ausgleichende Nachintonation

Die Disposition der Orgel (III/38, elektr.)

Hauptwerk Chorpositiv Schwellwerk Pedal
Pommer 16‘ Gedackt 8‘ Grobgedackt 8‘ Principalbass 16‘
Principal 8‘ Principal 4‘ Quintadena 8‘ Subbass 16‘
Rohrflöte 8‘ Rohrflöte 4‘ Principal 4‘ Oktavbass 8‘
Oktave 4‘ Praestant 2‘ Koppelflöte 4‘ Rohrpommer 8‘
Gemshorn 4‘ Quinte 1 1/3' Nassat 2 2/3‘ Choralbass 4‘
Quinte 2 2/3‘ Sifflöte 1‘ Flachflöte 2‘ Bauernpfeife 2‘
Superoktav 2‘ Cymbel 4-fach Nachthorn 4‘ Rauschpfeife 4-fach
Mixtur 5-7-fach Krummhorn 8‘ Terz 1 3/5‘ Posaune 16‘
Flageolett 2-fach Tremulant Oktävlein 1‘ Klarine 4‘
Trompete 8‘   Scharff 5-fach  
    Dulcian 16‘  
    Schalmey 8‘  
    Tremulant  

Spielhilfen

Alle Normalkoppeln und Sub. und Sup.- Oktavkoppeln dank neuem Setzer frei programmierbar.

Walze

3 freie Kombinationen

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